Sehr klassisch und romantisch geht es diesmal zu, aber nicht beschaulich und rückwärtsgewandt, sondern vielmehr nach vorne drängend, Veränderungen anstrebend.
Das Aachener Kammerorchester lädt Sie ein am Samstag, den 5. Dezember 2026 in den Krönungssaal des Aachener Rathauses ein.
Fanny Hensel und Felix Mendelssohn Bartholdy, die beiden hochbegabten und von den Eltern sehr geförderten Geschwister, sind im ersten Teil zu hören. Die Ouvertüre C-Dur von Fanny Hensel ist ihr einziges Orchesterwerk. Sie hat es selbst 1834 bei einer „Sonntagsmusik“ in ihrem Haus zur Uraufführung gebracht. Ein sehr erfolgreiches Werk, das die Seelenverwandtschaft der Geschwister deutlich werden lässt. Bei diesen Treffen wirkte auch Ferdinand David, ein Freund der Familie, häufig mit. Ihm hat Felix Mendelssohn das Violinkonzert e-moll gewidmet, der es 1845 mit großem Erfolg uraufführte. Das Konzert bringt in besonderer Weise Poesie und Virtuosität zusammen. Zum ersten Mal gehen die drei Sätze ohne die üblichen Pausen ineinander über und auch die unmittelbare Vorstellung des Hauptthemas durch die Solovioline ist ungewöhnlich. Der tänzerische und energiegeladene Dialog vom Solopart und Orchesterbegleitung steht hier im Vordergrund.
Mitreißend, dramatisch, tänzerisch, unaufhaltsam voranschreitend, aber auch idyllisch und sehnsüchtig zeigt sich Beethovens 7. Sinfonie. Sie gilt als Einstieg in die späte Schaffensperiode Beethovens. Die kurzen und prägnanten Themen werden zu großen Ausbrüchen geführt, immer wieder unterbrochen von lyrischen und melancholischen Passagen, bevor das Ganze fulminant zu Ende geht.
Judith Stapf, die Solistin, ist in Aachen mehrfach aufgetreten und war auch schon zu Gast beim Aachener Kammerorchester. Die Leitung des Konzerts hat Reinmar Neuner.
Programm:
- Fanny Hensel, geb. Mendelssohn, Ouvertüre C-dur
- Felix Mendelssohn Bartholdy, Violinkonzert e-moll, op. 64 (Solistin: Judith Stapf)
- Beethoven Sinfonie Nr. 7 A-Dur, op. 92
Judith Stapf beginnt mit elf Jahren ihr Violinstudium im Pre-College der Hochschule für Musik und Tanz in Köln und wird in dieser Zeit mehrfach Preisträgerin nationaler und internationaler Wettbewerbe in New York, Moskau und Paris. Als Zwölfjährige steht sie im Mittelpunkt einer Fernsehdokumentation und spielt im deutschen Bundestag zu Ehren der Opfer des Nationalsozialismus. Mit 16 Jahren wird sie in die neu gegründete Barenboim-Said-Akademie in Berlin aufgenommen. Nachdem der WDR sie 2014 zur deutschen Vertreterin für das Finale des Eurovision Wettbewerbs „Young Musicians“ in Köln nominiert hat, verlieh ihr ein Jahr später das Land NRW den Nachwuchs-Förderpreis Musik. Seit dem Wintersemester 2018/19 studiert Judith Stapf im Masterstudiengang bei Professor Contzen an der Universität der Künste in Berlin. Sie spielt regelmäßig Kammerkonzerte, unter anderem bei ihrer eigenen Konzertreihe „Klangraum Steinfeld“. Als Solistin führt sie die großen Werke des Violinrepertoirs auf, unter anderem mit den Dortmunder Philharmonikern, dem Beethoven Orchester Bonn, mit den Duisburger Philharmonikern, dem WDR Sinfonieorchester und der neuen Philharmonie Westfalen.
2019 gründete sie zusammen mit Arnau Rovira i Bascompte (Violoncello) und Marco Sanna (Klavier) das Klaviertrio Orelon, das in kurzer Zeit bedeutende nationale und internationale Wettbewerbe gewonnen hat, darunter den ersten Preis und Publikumspreis beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München, ebenso beim International Chamber Music Competition in Melbourne und beim Wettbewerb „Schubert und die Musik der Moderne“ in Graz sowie zahlreiche weitere Auszeichnungen.
Es ist Judith Stapf spürbar wichtig, in die Tiefe zu gehen, sich den Fragen unserer Zeit zu stellen, sie in der Musik zu verorten und hörbar zu machen – ohne Furcht vor Abgründen oder Unbequemlichkeiten. Momentan widmet sie sich unter anderem der Recherche zu mehr oder weniger vergessenen Komponistinnen.
Judith Stapf spielt eine Cremoner Violine von Andrea Guarneri aus dem Jahre 1663.
Karten gibt es wie immer bei Ticketree.

